Rubriken
Alle Rubriken und Beiträge des Magazins auf einen Blick — von der Bildenden Kunst bis zur Musik.
Mainz, Wiesbaden und Umgebung
Theater, Musik, Literatur, Film
Bildende Kunst, Ausstellungen, Ateliers
Kunst
Jörg-Uwe Funk war seit 1988 im Kulturamt Wiesbaden, von 2018 bis 2026 Kulturamtsleitung. Oder wie er selbst sagt: „Das hat sich immer ineinander gefügt.“ Ein Rückblick mit Ausblick.
Region
Wer rettet die Kultur – oder rette sich, wer kann? Irgendwie durchwurschteln – das scheint das heimliche Motto der Kultur zu sein. Ein Streifzug durch Mainz und Wiesbaden, der fragt, was uns Kultur eigentlich wert ist.
Hat sich das schon einmal jemand klargemacht? Ist auch die Chefetage des Museums Wiesbaden fest in Männerhand, so festigt den Sammlungsbestand ein begeisterndes Quantum repräsentativer Arbeiten gefeierter Künstlerinnen. Das europaweit größte Konvolut von Eva Hesse befindet sich also in Hessen. Der Gipfel aber: Kein Museum besitzt mehr Werke von Rebecca Horn.
Die Evolutionäre des Wiesbadener freien Kunst-Kosmos Gemessen an der Einwohnerzahl ist Wiesbaden ein bedeutender Hub für Kulturschaffende. Doch wo abseits des Schlachthofs findet man „Subkultur“? Ein Abstecher von der hiesigen Kulturroute („65“) lässt Nebenstraßen voller aufstrebender Künstler:innen entdecken – sogar über die Stadtgrenzen hinaus. Droht die Bubble des freien Kunst-Kosmos mit den sinkenden Kulturetats zu platzen? Oder erobern die gut vernetzten Underground-Kämpfer künftig aus eigenen Kräften die Stadt? Ein Blick in die Black Box der hiesigen freien Kunstszene.
Kultur
Frühjahr und Sommer stehen in Mainz und Wiesbaden ganz im Zeichen der Festivals: Lesungen, Gespräche und ungewöhnliche Literaturorte verwandeln die Städte in eine Bühne für Geschichten.
Initium et Finis – die Wunderkammer des Matthias Korb
Merħba f
Geboren und aufgewachsen im pfälzischen „Musikantenland“, ist der Gitarrist Martin Schmidt seit mittlerweile 26 Jahren von Wiesbaden aus unterwegs in aller Welt als Handlungsreisender in Sachen Rock’n’Roll – und ganz nebenbei auch in den Welten von Jazz und Journalismus. Dabei ist seine Musik nicht nur „handgemacht“, sondern in all ihren Erscheinungsformen bis ins letzte Detail selbst gemacht – ob im Trio mit The Razorblades, im Duo in „Mr. Smith’s Guitar Club“ oder solo alias „The Incredible Mr. Smith“.
Poetry-Slam findet längst auch in Mainz und Wiesbaden ein Publikum. Verschiedenste Veranstalter*innen und Künstler*innen bringen Texte auf Bühnen. Aber was macht Poetry-Slam aus? Ein Überblick über die Szene und die Faszination für lebendige Literatur.
Kunst wirkt dort am stärksten, wo sie nicht belehrt, sondern Wahrnehmung öffnet. Der Essay des Wiesbadener Künstlers und Autors Edgar Diehl unterscheidet zwischen Visueller Intervention – Bildern, die Botschaften durchsetzen wollen – und Visueller Intercession, die dem Betrachter Raum für eigene Erkenntnisse lässt.
Eltville ist nicht nur wegen seiner historischen Altstadt, der Kurfürstlichen Burg, der malerischen Rheinpromenade (auch Rheingau-Riviera genannt), Johannes Gutenberg, Wein und Sekt ein begehrter Ort im Rheingau. Die Rosenstadt hat sich mehr und mehr zu einem Kulturmagnet in der Region entwickelt. Von Dr. Andreas Lukas
Wie kann Design eine Stadt neu erfinden und die Lebensqualität ihrer Bewohner*innen nachhaltig verbessern? Das erprobt in diesem Jahr die Metropolregion Frankfurt RheinMain. Sie ist nach Städten wie Helsinki, Taipeh oder Kapstadt zur Welt-Design-Hauptstadt ernannt worden, ein Titel, den die World Design Organization mit Sitz in Montreal alle zwei Jahre vergibt. Mit dem Thema „Design for Democracy: Atmospheres for a Better Life” erhielt die Region den Zuschlag. Design wird dabei nicht nur als Gestaltung von Dingen verstanden, sondern auch als Werkzeug gesellschaftlicher Erneuerung. Den Krisen der Welt und der Gefährdung unserer Demokratie will die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 ein positives Narrativ entgegensetzen. Gudrun Rothaug über die WDC 2026 und die Projekte in Wiesbaden.
Eine solche künstlerische Lebensleistung begegnet selbst einem jahrzehntelang tätigen Kulturjournalisten recht selten: 350 Ausstellungen in 30 Ländern, darunter für deutsche Künstlerinnen und Künstler eher exotische wie Tibet, Südkorea, Ägypten, Nordafrika oder Island, an die fünfeinhalb Tausend geschaffene Werke, darunter mehr als 130 Installationen, dazu Teilnahme an verschiedensten Biennalen in aller Welt, ob Venedig, Busan, Sharjah oder Izmir. Die Rede ist von der Künstlerin Lore Bert, die im Sommer dieses Jahres ihren 90. Geburtstag feiert. Seit Jahrzehnten lebt und arbeitet sie in Mainz, manchmal auch in Venedig, wo die renommierte Mainzer Galerie ihrer Tochter Dr. Dorothea van der Koelen über eine Dependance verfügt.
Im Dezember gab es ein großes Fest: 20 Jahre kuenstlerhaus43 – 20 Jahre Theater, Impro, Kultur für Wiesbaden. Wenn Wolfgang Vielsack und Susanne Müller indes nicht noch ein Wunder erleben, ist im 21. Jahr Schluss. Zum Zeitpunkt des Festes und des Interviews geht das Betreiberpaar davon aus: Ende August 2026 ist Schicht im Palasthotel – jenem Ort, der von Anfang an nur als Ausweichquartier gedacht war. Die eigentliche Spielstätte in der Oberen Webergasse 43, wo die beiden 2005 begonnen hatten, sollte lediglich saniert werden. Danach hätte es dort mit dem besonderen Charme der eigenen Inszenierungen weitergehen sollen, denn der Ort spielte stets eine entscheidende Rolle. Im Palasthotel haben sie sich jedoch ebenfalls gut eingerichtet. Vor allem stehen hier Lagerräume, Garderoben und alles, was ein Theater außer der eigentlichen Bühne dringend braucht, zur Verfügung.
Der Jazz-Pianist und Komponist Uwe Oberg wurde durch unterschiedliche, teils internationale Projekte über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Seit Mitte der Achtziger lebt er in Wiesbaden, wo er sich auch abseits der Bühne für den Jazz verdient gemacht hat. Etwa durch seine langjährige Arbeit in der Kooperative New Jazz. Die Musiker-Initiative betreibt das „art.ist“ in der Wiesbadener Walkmühle, mit anspruchsvollen Konzerten, separater Bar und Proberäumen.
Expressis verbisDie feuilleton-Kolumne
Wiesbaden und seine Partnerstädte: Ein Plädoyer für lebendige Begegnungen zwischen Menschen jenseits offizieller Netzwerke
Dem inneren Kompass folgenRicky Coleman verbindet in seiner Musik Einflüsse aus R&B und Afrobeats. Mit seinen Songs möchte der 24-Jährige Menschen ermutigen, an sich selbst zu glauben. Denn Musik schafft Nähe – zu anderen, aber vor allem auch zu uns selbst.
Gesellschaftlich relevantDer Kunstverein Bellevue-Saal ist eine feste Größe für zeitgenössische Kunst in Wiesbaden
Weltberühmte Kirchenfenster, ein Fußballspiel mit Live-Orgelbegleitung, Kunstausstellungen oder einen Operngottesdienst, das kann man in Kirchen in Mainz und Wiesbaden erleben. Hier erklingen die weltgrößten Instrumente und in manchen Kirchen auch Jazz und populäre Musik. Weltweit einzigartig in Deutschland sind die vielen Kirchenbauten der Moderne, die heute durch den zunehmenden Bedeutungsverlust der Kirchen mancherorts auf dem Prüfstand stehen. Gudrun Rothaug hat einen Streifzug durch die Kirchenlandschaft in Mainz und Wiesbaden unternommen und stellt einige faszinierende Bauten und besondere Veranstaltungen vor. Von Gudrun Rothaug
Tschüss Amerika? Viele wenden sich gerade von den USA ab. Dabei lassen sie sich jenseits bohrender Passkontrollen und Zäsuren wie dem UNESCO-Austritt oder der Zensur der Smithsonian-Museen weiterhin beglückend kulturoffen und gastlich erleben – am Lauf des Hudson sogar elysisch. New York kurz vor dem 250. Geburtstag der Nation zu erkunden, gibt zu denken und erquickt. Derweil legt die Wiesbadener Autorin Tanja Bernsau letzte Hand an ihr Porträt der Monuments Woman Edith Standen: nach dem Krieg Chefin am Central Collecting Point in Wiesbaden und danach Kuratorin am Metropolitan Museum.Von Dorothee Baer-Bogenschütz
Zwei „Salonnièren“ aus Wiesbaden und Mainz lassen Salonkultur wieder aufleben
zum 125. Geburtstag der Dichterin Anna Seghers aus MainzSie gilt in der Literaturwissenschaft bis heute als eine der großen deutschsprachigen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts von Weltrang: Anna Seghers, alias Netty Reiling. Trotzdem hat sich die Stadt Mainz mit ihrer großen Tochter oft recht schwergetan. Bis heute polarisiert Anna Seghers auf Grund ihrer politischen Haltung. Auf Du und Du mit den Mächtigen der Deutschen Demokratischen Republik war sie für die einen Staatsdichterin und literarisches Aushängeschild der DDR, für andere das Feindbild einer verbohrten Kommunistin. Doch wer war sie wirklich? Der Versuch einer biographischen Annäherung
Eine jugendliche Entdeckungsreise durch WiesbadenZeitverschwendung. Vielen Jugendlichen kommt dieses Wort in den Sinn, wenn sie an Literatur denken. Trockene Werke wie „Der zerbrochne Krug“ oder „Faust“ verderben ihnen die Lust am Lesen. Der Grund: Geistige Offenheit und Kreativität, die die Literatur eigentlich fördern möchte, kommen in der Schule nicht an. Gelesen wird, was im Lehrplan steht, sei es noch so realitätsfern. Die folgende Lesereise durch Wiesbaden soll zeigen: Literatur kann verbinden, und ist dabei sogar noch echt cool.