Theater, Musik, Literatur, Film
Kultur
Poetry-Slam findet längst auch in Mainz und Wiesbaden ein Publikum. Verschiedenste Veranstalter*innen und Künstler*innen bringen Texte auf Bühnen. Aber was macht Poetry-Slam aus? Ein Überblick über die Szene und die Faszination für lebendige Literatur.
Frühjahr und Sommer stehen in Mainz und Wiesbaden ganz im Zeichen der Festivals: Lesungen, Gespräche und ungewöhnliche Literaturorte verwandeln die Städte in eine Bühne für Geschichten.
Geboren und aufgewachsen im pfälzischen „Musikantenland“, ist der Gitarrist Martin Schmidt seit mittlerweile 26 Jahren von Wiesbaden aus unterwegs in aller Welt als Handlungsreisender in Sachen Rock’n’Roll – und ganz nebenbei auch in den Welten von Jazz und Journalismus. Dabei ist seine Musik nicht nur „handgemacht“, sondern in all ihren Erscheinungsformen bis ins letzte Detail selbst gemacht – ob im Trio mit The Razorblades, im Duo in „Mr. Smith’s Guitar Club“ oder solo alias „The Incredible Mr. Smith“.
Im Dezember gab es ein großes Fest: 20 Jahre kuenstlerhaus43 – 20 Jahre Theater, Impro, Kultur für Wiesbaden. Wenn Wolfgang Vielsack und Susanne Müller indes nicht noch ein Wunder erleben, ist im 21. Jahr Schluss. Zum Zeitpunkt des Festes und des Interviews geht das Betreiberpaar davon aus: Ende August 2026 ist Schicht im Palasthotel – jenem Ort, der von Anfang an nur als Ausweichquartier gedacht war. Die eigentliche Spielstätte in der Oberen Webergasse 43, wo die beiden 2005 begonnen hatten, sollte lediglich saniert werden. Danach hätte es dort mit dem besonderen Charme der eigenen Inszenierungen weitergehen sollen, denn der Ort spielte stets eine entscheidende Rolle. Im Palasthotel haben sie sich jedoch ebenfalls gut eingerichtet. Vor allem stehen hier Lagerräume, Garderoben und alles, was ein Theater außer der eigentlichen Bühne dringend braucht, zur Verfügung.
Der Jazz-Pianist und Komponist Uwe Oberg wurde durch unterschiedliche, teils internationale Projekte über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Seit Mitte der Achtziger lebt er in Wiesbaden, wo er sich auch abseits der Bühne für den Jazz verdient gemacht hat. Etwa durch seine langjährige Arbeit in der Kooperative New Jazz. Die Musiker-Initiative betreibt das „art.ist“ in der Wiesbadener Walkmühle, mit anspruchsvollen Konzerten, separater Bar und Proberäumen.
Wiesbaden und seine Partnerstädte: Ein Plädoyer für lebendige Begegnungen zwischen Menschen jenseits offizieller Netzwerke
Eine jugendliche Entdeckungsreise durch WiesbadenZeitverschwendung. Vielen Jugendlichen kommt dieses Wort in den Sinn, wenn sie an Literatur denken. Trockene Werke wie „Der zerbrochne Krug“ oder „Faust“ verderben ihnen die Lust am Lesen. Der Grund: Geistige Offenheit und Kreativität, die die Literatur eigentlich fördern möchte, kommen in der Schule nicht an. Gelesen wird, was im Lehrplan steht, sei es noch so realitätsfern. Die folgende Lesereise durch Wiesbaden soll zeigen: Literatur kann verbinden, und ist dabei sogar noch echt cool.
Dem inneren Kompass folgenRicky Coleman verbindet in seiner Musik Einflüsse aus R&B und Afrobeats. Mit seinen Songs möchte der 24-Jährige Menschen ermutigen, an sich selbst zu glauben. Denn Musik schafft Nähe – zu anderen, aber vor allem auch zu uns selbst.
Weltberühmte Kirchenfenster, ein Fußballspiel mit Live-Orgelbegleitung, Kunstausstellungen oder einen Operngottesdienst, das kann man in Kirchen in Mainz und Wiesbaden erleben. Hier erklingen die weltgrößten Instrumente und in manchen Kirchen auch Jazz und populäre Musik. Weltweit einzigartig in Deutschland sind die vielen Kirchenbauten der Moderne, die heute durch den zunehmenden Bedeutungsverlust der Kirchen mancherorts auf dem Prüfstand stehen. Gudrun Rothaug hat einen Streifzug durch die Kirchenlandschaft in Mainz und Wiesbaden unternommen und stellt einige faszinierende Bauten und besondere Veranstaltungen vor. Von Gudrun Rothaug
Wenn Vroni Frisch als „gefragte Bass-Sidewoman“ angekündigt wird, ist das nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die 35-jährige Mainzerin steht als Bandleaderin immer wieder in der ersten Reihe, ist zudem als Komponistin, Arrangeurin und Dozentin gefragt. In wechselnden Formationen bringt sie die fünf oder auch sechs Saiten, die ihr die Welt bedeuten, auf Bühnen im ganzen deutschsprachigen Raum mit so ziemlich allem
Der Newcomer Emil Kohlmeyer alias „Keywave“ aus Mainz mischt die lokale Musikszene auf! Von mehreren Live-Auftritten bis hin Hunderttausenden an Streams legt der 17-jährige den Anfang einer steilen Karriere hin. Im Interview verrät er uns, wie man Musik heutzutage produziert und vermarktet und erzählt über sein Verhältnis zur deutsch-französische Freundschaft.
Mit der Produktion „Chronicles“ feiert das Hessische Staatsballett, zu gleichen Teilen in den Staatstheatern Wiesbaden und Darmstadt präsent, in dieser Spielzeit sein 10-jähriges Jubiläum. Es ist viel passiert in diesem Ensemble während der vergangenen zehn Jahre – Anlass genug für eine kleine Rückschau mit Ausblick in die Zukunft.
Winterzeit ist Kinozeit! Und in den beiden Landeshauptstädten vor allem eines: Filmfestivalzeit! Bevor der Weihnachtsmarkttrubel losgeht und der Geschenkekaufrausch zu eskalieren droht, gibt es doch nichts Schöneres, als sich in einen gemütlich-plüschigen Kinosessel zu lümmeln, sich auf großer Leinwand verzaubern zu lassen und mit Gleichgesinnten über das Gesehene zu diskutieren.
Von Ludwig van Beethoven stammt die Aussage „Die Hoffnung rührt mich, sie nährt die halbe Welt, und ich hab sie mein Lebtag zur Nachbarin gehabt, was wär sonst aus mir geworden.“ Dieser Blick des Komponisten schimmerte auch in diesem Sommer, der nicht nur hell und warm war, immer wieder in der Literaturszene der Region durch.
Versucht eine Journalistin, einen Impro-Theaterabend zu beschreiben, ist das meist sehr schwierig. Dann wird oftmals Zuflucht zu einer „knalligen“ Überschrift genommen, so dass man meinen könnte, hier habe sich etwas komplett Absurdes oder der Schenkelklopf-Abend des Jahrhunderts ereignet. Jedoch: Improtheater ist gar nicht so „knallig“. Es ist viel mehr als der „schnelle Gag“. Da sind sich alle einig, die für diesen Artikel interviewt wurden.
Die Christenheit feiert seit fast Zweitausend Jahren 49 Tage nach Ostersonntag jedes Jahr die Aussendung des Heiligen Geistes, für Fans der gepflegten politischen Festivalkultur ist seit gut 50 Jahren an jedem Pfingsten das „Open Ohr“ in Mainz angesagt.
Die Poetikdozentur gilt als besonderer Beitrag im kulturellen Leben Wiesbadens. Sie wird von der Hochschule RheinMain gemeinsam mit dem Kulturamt Wiesbaden durchgeführt. Leif Randt ist im Jahr 2022/23 der 23. Poetikdozent an der Hochschule RheinMain. In seinen Poetikvorlesungen geht es um anheimelnde Sätze, Glamour und Behaglichkeit sowie um Idiotie und Melancholie.
Die Mainzer Delattre Dance Company – eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte. Keine Frage: Polina Semionova ist die berühmteste Ballerina dieses Landes. Allein ihr Auftritt im Musikvideo von Herbert Grönemeyers „Demo (Letzter Tag)“ bescherte ihr ein vielfaches digitales Millionenpublikum. Seitdem hat sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen gesammelt, zuletzt den einer Kammertänzerin des Berliner Staatsballetts.
In inklusiven Theatern stehen Behinderte und Nichtbehinderte auf und/oder hinter der Bühne. Viele Städte kommen ohne ein solches Theater aus, in Wiesbaden leistet man sich gleich mehrere: Theater Anders, Theater Franz und die Theatergruppe Zeitlos. Im Oktober beschäftigt sich zudem auf der anderen Rheinseite ein ganzes Festival mit inklusivem Theater, „Grenzenlos Kultur“ präsentiert sich vom 12. bis zum 22. Oktober.
Arme Outtakes oder Kampf um die Hauptrolle – die Filmparabel The Ordinaries ist einer der Anwärter für den kommenden SI STAR
Seit 15 Jahren begeistern die „Kammerspiele“ im Gemeindehaus der Bergkirche mit Stücken, die unter die Haut gehen, – meist Komödien aus Frankreich. Längst gibt es eine treue Fangemeinde, nun würdigte auch die Politik das Theaterensemble mit dem Wiesbadener Kulturpreis 2023.
Bei allem aufkeimenden Hinterfragen und den vielen Erschütterungen von Gewohntem in den zurückliegenden Jahren stellt sich die Frage nach der Rolle und Bedeutung von Literatur. Wurde im Mai 2022 im Literarischen Colloquium Berlin gar von Literatur als Erkenntnismaschine gesprochen. Kann sie diesen Anspruch auch in Zukunft erfüllen? Kann sie zu einem Miteinander führen? Gibt es im Zeitalter der vernetzten Informationswelten, in einem immer tiefer automatisierten persönlichen Leben eine andere, neue Rolle der Literatur? Oder ist sie gar auf dem Weg ins Abseits zu geraten? Fragen, die viele Schreibende und Lesende beschäftigen. Wie werden wir also in Zukunft lesen und schreiben?
Künstler*innen, die etwas zu sagen haben, eine große stilistische Bandbreite, ungewohnte Formate und Locations – das sind die Besonderheiten, mit denen im Mai das Magnet-Festival im und um den Schlachthof Wiesbaden herum zu überzeugen wusste. Geplant und durchgeführt von einem Team um „JazzArchitekt“ Raimund Knösche und seinen Sohn Leo Wölfel war diese erste Ausgabe des Festivals eine Bereicherung für die Region und hätte Potenzial, dies auch in den nächsten Jahren zu sein.
Kenneth Minor? Hat sich da etwa ein Wiesbadener Musiker mit englischsprachigen Songs einen englischen Vor- und Nachnamen als Pseudonym zugelegt, um Authentizität vorzugaukeln? „Es ist viel komplizierter!“