Kultur

Caro Trischler – Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Die Wahl-Mainzerin Caro Trischler hat sich mit ihrer Wandlungsfähigkeit und ihrem neuen Album musikalisch wie persönlich gefunden. Detlef Kinsler traf die Sängerin, die trotz ihrer internationalen Ambitionen die Lebensqualität in der Landeshauptstadt schätzt.

Detlef Kinsler 1. Okt. 2026 1 Min. LesezeitAusgabe 11
Caro Trischler – Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Die Erfahrung in der Welt des Fernsehens und des Glitzers war jedoch nur eine kurze Etappe, da sie schnell merkte, dass dieses Leben nicht ihrem künstlerischen Anspruch entsprach.

Vom Kinderzimmer auf die große Bühne

Die gebürtige Karlsruherin blickt auf eine musikalische Kindheit zurück, auch wenn ihre Eltern selbst kein Instrument spielten. Früh entdeckte sie die Liebe zu den Tasten und später zur Gitarre, angetrieben von einer Begeisterung für Claude Debussy ebenso wie für Popgrößen wie Avril Lavigne. Nach Auftritten in Cover-Bands führte sie ihr Weg mit 17 Jahren zur dritten Staffel von „The Voice of Germany“. Die Erfahrung in der Welt des Fernsehens und des Glitzers war jedoch nur eine kurze Etappe, da sie schnell merkte, dass dieses Leben nicht ihrem künstlerischen Anspruch entsprach.

Jazzstudium als Neuanfang

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Nach dem Ausstieg aus der kommerziellen Popwelt entschied sich Trischler für ein Jazzstudium an der Hochschule für Musik in Mainz. Dort fand sie durch neue Einflüsse und die Begegnung mit Mentoren wie dem Pianisten Ulf Kleiner ihre eigene musikalische Sprache. Mit ihrem Debütalbum „North e Sul“ (2020) legte sie den Grundstein für ihre heutige Karriere, geprägt von einer tiefen Leidenschaft für brasilianische Musik, die sie durch ihre Offenheit für fremde Sprachen und komplexe Harmonien entdeckte.

Angekommen: „When You Know You Know“

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Mit ihrem 2025 veröffentlichten Album „When You Know You Know“ zeigt sich Trischler gereift. Es ist eine Sammlung von Eigenkompositionen, die ihre Vielseitigkeit zwischen zarten Balladen und groovenden Titeln unterstreicht. Die Texte spiegeln intime Erinnerungen wider, etwa an ihre verstorbene Mutter und Großmutter, während sie gleichzeitig ironisch mit den Besserwissern der Branche abrechnet.

Mainz als Lebensmittelpunkt

Obwohl sie international vernetzt ist, bleibt Mainz für die 31-Jährige der Ort der Wahl. Hier findet sie nicht nur Inspiration, sondern auch ihr kreatives Umfeld und die notwendige Ruhe, um sich entfalten zu können. Ab September ist sie wieder live unterwegs, unter anderem mit einem besonderen Auftritt beim Deutschen Jazzfestival in Frankfurt an der Seite von Ali Neander und der hr-Bigband.

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Autor:in

Detlef Kinsler

Im Printmagazin lesen (S. 96)

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Ausgabe 11 — Herbst/Winter 2026/2027

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